Friday, 9. February 2007, 1:03 Uhr
Viele Menschen holt immer wieder die Vergangenheit ein. Sie können nicht loslassen. Möchten wieder zurückkehren und Vergangenes wieder auferleben lassen. Bei mir ist genau umgekehrt. Irgendwie. Ich werde von der Zukunft verfolgt. Wie muss man sich das vorstellen? Geht ja gar nicht. Doch, man stellt sich einen Kreis vor, auf dessen Linien man sich bewegt. Vorne die Zukunft, hinten die Vergangenheit, und alles umkehren.
Manchmal habe ich das Gefühl das Hier und Jetzt nicht richtig geniessen zu können. Überall wird einem weisgemacht, dass man noch dieses und jenes lernen sollte, sich weiterbilden oder am besten gleich studieren soll. Und irgendwann glaubt man alles. Das Gefühl «des etwas erreichen müssen» hat sich in mir festgehackt. Es sitzt tief in mir drinnen und lässt mich nicht mehr los. Seit ein paar Monaten werde ich mit meinen diversen möglichen Zukunften (gibt es davon eine Mehrzahl?) konfrontiert und zwei grundverschiede Dinge wären möglich. Entscheiden kann ich zwischen «langsamer aber stetig, geregeltem Aufstieg in meiner Branche mit Sicherheit auf einen guten Job» oder «studieren mit evtl. Möglicheit mal etwas zu tun, wo ich mit ganzem Herzen dabei bin obwohl es vielleicht brotlos ist». Man muss nicht zwischen den Zeilen lesen um zu erraten, was ich wohl lieber tun würde. Aber so einfach ist es leider nicht. Die Zukunft durchlöchert jeden Tag meine Gedanken und macht mich noch wahnsinnig.

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Tuesday, 6. February 2007, 19:25 Uhr
Sie erwiderte ihm nichts. Was sollte sie auch.
Er stand da. Verloren. In sich selbst zusammengesunken. Es wurde ihm endlich bewusst, was er verloren hatte. Sein Verdrängungsmechanismus schien nicht mehr zu funktionieren. Er biss sich auf die Zähne. Seine Lippen waren spröde und unschön anzusehen. Sein Gesicht leicht gerötet und doch irgendwie leblos. Sie starrte ihn an. Er zitterte am ganzen Leib und versuchte vergeblich nicht zu weinen. Sie stand auf und wollte gehen. Nicht, bitte nicht, sagte er. Ich habe mich falsch ausgedrückt, ich hab es nicht so gemeint.
Sie ging trotzdem. Endlich hatte sie es gewagt.

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Sunday, 28. January 2007, 15:03 Uhr

Seit April des letzten Jahres bin ich bei lastfm angelmeldet, habe es dann wieder vergessen und vor einiger Zeit habe ich die Musikseite wieder neu entdeckt. Wie das halt so ist. Schaut doch mal vorbei. Es lohnt sich!
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Sunday, 21. January 2007, 17:14 Uhr

Liebe ist kein Zufall! Schon gewusst? Auf ElitePartner.ch findet jeder und jede den passenden Partner fürs Leben. Dafür sorgt irgend so ein wissenschaftliches «Matching» und eine «Seriösitäts-Prüfung». Man kann einen 20-minütigen Test ausfüllen, der einem anschliessend erklärt, was für ein Typ Mensch man ist und welcher Partner zu einem passt. Alles muss man angeben, Augenfarbe, Haarfarbe, Grösse, Gewicht (wobei wahrscheinlich niemand «stark übergewichtig» wählt) alle Interessen werden bis ins kleinste Detail abgefragt, damit ja nichts dem Zufall überlassen wird. Künstlerwohnung oder doch lieber Landhaus? Erfolgsorientiert oder doch eher kinderliebend? Wenn man das Profil erstellt hat, werden per wissenschaftlichem «Matchinng» die Kanditaten ausgewählt, die laut dem Computer am besten zu einem passen. Ein Profil zu erstellen ist gratis, wenn man dann aber Kontakt mit anderen aufnehmen will, muss man sich anmelden. 121.- kostet z.B. eine Mitgliedschaft für einen Monat. Studenten erhalten freundlicherweise 50%-Rabatt.
Romantisch, nicht wahr? Unsere Gesellschaft ist doch echt beschränkt.
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Sunday, 14. January 2007, 16:22 Uhr
Gestern war ich wieder einmal an der Tour de Lorraine, die einmal im Jahr in Bern stattfindet. Eine sehr sympathische Veranstaltung an der Filme gezeigt werden, wo man sich Theaterstücke anschauen kann und natürlich getanzt wird. Mit dem Gewinn der Tour de Lorraine werden unter anderem Proteste gegen das WEF 07 unterstützt.
Die Tour de Lorraine wurde zur Nestlé-freien-Zone erklärt. Dies mag etwas naiv und Möchtegern-weltverbesserisch anmuten, wo wir doch alle jeden Tag in irgendeiner Weise den lieben Herrn Brabeck (Néstle-Konzernchef) unterstützen. Doch die Veranstalter erklären die Nestlé-freie-Zone auf ihrer Internetseite als symbolischen Akt und sie sind sich durchaus bewusst, dass sie damit dem grössten Nahrungsmittelkonzern der Welt keinen finanziellen Schaden zufügen.
Im Reithallen-Kino wurde unter anderem der Film «We feed the World» gezeigt, den ich auf meinem Blog schon einmal erwähnt habe. Er thematisiert den heutigen Umgang und die Herstellung unserer Lebensmittel aus der Sicht der Europäer. Erwin Wagenhofer stellte sich gestern persönlich den vielen Fragen des Kinopublikum und so kamen weitere interessante Details zum Vorschein. Der Film, der sehr empfehlenswert ist, ist mittlerweile auch auf DVD erhältlich.
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Sunday, 7. January 2007, 19:32 Uhr

Endlich habe ich mir wieder mal die Zeit genommen ein Buch zu lesen. «Die Mutanten des Kreml. Mein Leben in Putins Reich» geschrieben von der Journalistin Elena Tregubova. Jede Seite enthüllt erschreckende Wahrheiten (Behauptungen) über den Kreml und seine Gefolgsleute. Man erfährt unter welchen Umständen Putin zum Präsidenten gewählt wurde, wie Chodorowski Besitzer des Ölkonzern Yukos verhaftet wurde, wie man in Russland mit der Pressefreiheit umgeht usw.
Eigentlich hätte Elena Tregubova im Dezember ihr Buch in Deutschland vorstellen sollen. Doch die Leserereise wurde abgesagt, da die Autorin untergetaucht ist. Der Tropen Verlag (bei dem das Buch im Herbst erschienen ist), der sie nicht erreichen kann, mutmasst, dass ein Kontakt mit der westlichen Öffentlichkeit offensichtlich für sie ein lebensbedrohliches Risiko darstellt.
Zur Pressefreiheit in Russland
http://www.tropen-verlag.de/
http://www.berlinerliteraturkritik.de/index.cfm?id=13226
http://news.bbc.co.uk/2/hi/europe/3227666.stm
http://www.perlentaucher.de/artikel/3350.html
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Sunday, 24. December 2006, 13:35 Uhr
schöne momente.
das wünsche ich allen zu weihnachten.
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Sunday, 17. December 2006, 21:53 Uhr
Am Samstagmorgen um 7.00 Uhr fuhr der Car Richtung Stuttgarter Weihnachtsmarkt los. Meine Kollegin und ich waren schon im Vorfeld von Tupperware verkaufenden Leuten im Car gewarnt worden, aber diese Angst war unbegründet. Die Gäste, überwiegend Frauen, waren alle putzmunter und dementsprechend laut. Meine Kollegin und ich betrachteten amüsiert und gleichzeitig etwas geschockt unsere Weggefährtinnen. Das Durchschnittsalter betrug ungefähr 59 und die meistgetragene Frisur war kurz und mit einer leichten violetten Tönung versehen. Der Carfahrer war besonders unterhaltsam. In regelmässigen Abständen schaltete er mit einem lauten Knacks sein Mikrofon ein und machte uns mit deutschen Wirtschaftszahlen bekannt. Auch liess er das interessierte Publikum wissen, dass er von Angela Merkel persönlich ein Schreiben bekommen hatte und dass die Bundeskanzlerin darin bat, dass «die Schweizer Frauen in Deutschland so viel wie möglich einkaufen sollten». Die Frauen lachten hysterisch und flüsterten ihren Kolleginnen kichernd zu, dass dies doch wirklich «mal ein richtig lustiger Carfahrer sei». Uns amüsierten vor allem die Frauen. Auch wurden wir mit einer, uns nicht sehr bekannten, Musiksparte vertraut gemacht. Dem Schlager. Einmal handelten die Texte von Liebe, einmal von Eifersucht, einmal von Liebe, einmal vom Alleinsein, einmal von Liebe usw. Bei der Überquerung des Zolls auf der Rückreise, machte uns der Carfahrer durchs Mikrofon darauf aufmerksam, dass die Zollbeamten selten einen Reisecar durchsuchen würden. Anders sei dies natürlich bei «diesen Balkan-Menschen». Die Frauen nickten zustimmend und mit ernster Miene und uns verging das Lachen langsam.
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Friday, 15. December 2006, 14:51 Uhr
im märz werde ich für einen monat nach madagaskar reisen. der letzte reiseführer in deutscher sprache erschien (so weit ich weiss) im Jahr 2001. Einen aktuelleren englischsprachigen Reiseführer besitze ich zwar schon, aber es ist zum Teil etwas mühsam darin die benötigten Informationen zu suchen. War jemand, der sich zufälligerweise auf meinem Blog tummelt schon in Madagaskar und hätte Reisetips für mich? Mich würde vor allem interessieren, wie es sich in Madagaskar am besten reisen lässt, was man sehen sollte, ob es besondere verhaltensregeln gibt, eindrücke von der hauptstadt, auf was man unbedingt achten sollte usw.
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Friday, 8. December 2006, 17:26 Uhr
«Es ist bekannt, es ist ja alles so enorm bekannt. Fast jeder Mensch vertrottelt folgsam, fast jeder sieht den Inhalt seines Lebens darin, dienstfertiger Statist zu sein in einem ganz und gar vermaleideten Affenstück, fast jedermann hält seine anerzogene Debilität für Klugheit. Stumpfsinn ist Trumpf, Grosssprecherei grassiert, vermischt mit rettungsloser Bravheit.»
Gelesen in «Froschnacht» von Markus Werner
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