Wednesday, 26. September 2007, 17:02 Uhr

berlin zum sechsten

wieder mal bin ich in berlin. müde, sehr müde sitze ich momentan in einem hostel in prenzlauer berg. heute morgen um acht bin ich nach 12 stunden fahrt mit dem city-night-line angekommen. wie immer war es schwierig etwas schlaf zu finden, und wie immer war der grund dafür ein kleines süsses kind, welches einem beim einsteigen noch nett angelächelt hat. die wände in den liegeabteilen sind sehr dünn und ich hatte die ganze nacht das gefühl, das kleine kind sei zu einem monster mutiert. ganz schlimm, und auch schon selber erlebt und mitgemacht, sind schulklassen im abschlussfieber. die kennen nichts. wir kannten ja auch nichts. aber wenn man selber den zug zum stillstand bringt und es einem amüsiert wie nervige ältere herren einem anschnauzen ist das irgendwie etwas anderes. man hat ja sowieso immer recht in der rolle in der man sich gerade befindet. wenn ich jeden morgen mit dem velo zur arbeit fahre sind die automenschen für mich ganz klar die feinde, die schlimmen, die arschlöcher, diejenigen die ich einfach ungerecht finde und ich als velofahrerin darf als umweltretterin natürlich bei rot über die kreuzung radeln, darf scharf vor einem auto abiegen und natürlich ohne licht nach hause fahren. natürlich. aber wenn es dann doch einmal vorkommt, dass ich mich ans steuer wage sind die velofahrer ein greuel, gesetzlose teufel die nichts kennen. alle die nicht verliebt sind, finden es schliesslich auch zum kotzen, verliebte päärchen zu beobachten die zärtlich miteinander turteln. aber wenn man sich dann selber in dieser situation befindet, dann kennt man nichts mehr. alles ist schnurstracks vergessen. hauptsache man fühlt sich wohl.

ps: berlin wartet. ich weiss, nicht auf mich. aber für mich wartet es auf mich.

Posted in aktuell , ich

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2 Kommentare to “berlin zum sechsten”

  1. 27. September 2007 um 16:49

    Ma

    schön, die poetischen seiten, die das grosse, böse, schöne berlin in dir weckt!
    und he: es gibt auch verliebte, die nicht rumturteln…
    und ganz bestimmt wartet berlin auch auf dich.
    ich ginge auch gern mal wieder.

  2. 27. September 2007 um 23:15

    mTz

    “man isst (oder turtelt) nicht vor den armen”.. turteln isch eh es komisches (im bezug uf komik, genau) wort, es erinneret mi a zwöi tier: a tubenä und a schiudchröt. uf bärndütsch würds ja turtlä heissä, wi turtle haut, oder vo mir us teenage mutant ninja turtles wär diä no kennt.. aber seit mä am grüsch vo tuebnä nid “gurrä”..? item, wo mir üsi abschlussreis nach amschterdam hei ungerno im nachtzug.. nei i ma mi gar nid erinnerä. aber mir hei sicher di angerä ou gschtört..
    no viu spass in berlin, i gieng ou gärn mau wider..

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