Wednesday, 4. April 2007, 19:46 Uhr
Zurück aus Madagaskar – Teil 2

Mit dem wichtigsten Verkehrsmittel Madagaskars, dem Taxi-Brousse (Buschtaxi) fuhren wir immer wieder an Dörfern vorbei, in denen Kinder mit zerschlissenen Kleidern und aufgeblähten Bäuchen lebten. Eine Bekannte meiner Kollegin versucht momentan in Madagaskar herauszufinden warum vor allem Kinder und erwachsene Frauen an Unterernährung leiden und die Männer davon verschont bleiben.
Die meisten Menschen, die auf dem Land und nicht in den Städten leben, tragen Kleider aus unseren Kleidersäcken. Manchmal ist es fraglich, warum ein Skianzug den Weg nach Madagaskar gefunden hat oder warum Mädchen im Hochland Badenzüge als normale Kleidung tragen.
Wie bereits erwähnt, ist das Lebenmotto «Mora mora». Und das gilt in allen Lebenslagen, ausser bei den Taxi-Brousse-Stationen, wo man schon bei der Stationseinfahrt von 15 schreienden Männern belagert wird, die einem für die Fahrt mit ihrem Buschtaxi begeistern wollen. Ungeduldige Menschen, wie ich, haben es nicht immer leicht in Madagaskar. Da kann es gut sein, dass man eine Stunde oder mehr in einer Bank wartet um die dummen Traveller Cheques zu wechseln. Und je nach Gemütlichkeit und Laune der Bankangestellten machen sie sich einen Spass daraus, einem zu sagen, dass die Unterschrift im Pass nicht der auf dem Traveller Cheque gleicht… Lachend fragen sie dann, ob man nicht Euro oder Schweizer Franken zum wechseln hat. Zähneknirschend denkt man dann an die hohe Sicherheit der Cheques, die einem in diesem Moment als völlig wertlos erscheinen. Die Banken haben höchstens bis 16.00 Uhr geöffnet und am Samstag/Sonntag geschlossen. Und natürlich müssen die Angestellten auch zwei Stunden Zeit für ihr Mittagsmahl haben. In solchen Situationen hätte ich diesen bewegungsarmen Bankangestellten ihr «Mora Mora» am liebsten aus der Seele gerissen.



